Adventskalender Tag 3: Der Backblech-Elf

Guten Morgen ihr Lieben ­čÖé
Der 3te Tag des Kalenders er├Âffnet euch eine kleine Geschichte von Marlies L├╝er.
Viel Spa├č beim lesen ­čśë

IN DER HIMMELSBÄCKEREI
Zur Ausbildung der ganz jungen Engel geh├Ârt es, wenigstens 1000 Erdenjahre in der Backstube zu arbeiten (also nur kurz, es gibt schlie├člich viele, viele junge Engel, die m├╝ssen alle mal ans Backblech ran).
Mmh! Wie es dort duftet!
Es wird geknetet, ger├╝hrt, abgewogen und gepr├╝ft, geformt, sortiert (und genascht) und der Backofen wird ordentlich geheizt.
Die Kekse sehen alle gleich aus, sogar unscheinbar, wenn ich es recht bedenke…
Doch lassen wir uns davon nicht t├Ąuschen!
Denn auf den Inhalt kommt es an. Und der hat es in sich, das k├Ânnt ihr mir glauben. Denn die Engel backen ihre W├╝nsche und Ideen in die Kekse mit ein.
Es gibt viele Sorten von Keksf├╝llungen. Besonders beliebt sind die F├╝llungen Gl├╝ck, Freude, Segen, auch Kindersegen, Lachen, Freiheit, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, vor allem aber die Liebesf├╝llung! “Liebeskekse” waren die beste Erfindung seit dem Anbeginn der Himmelsb├Ąckerei.
Manchmal aber klemmt die Backofent├╝r (wo steckt eigentlich dieser Hausmeister-Elf?).
Dann gibt es verbrannte Kekse. Aber weil von den himmlischen Zutaten und Gaben nichts verschwendet werden darf – das ist Gesetz – werden auch diese Kekse unter den Menschen verteilt. Diese verbrannten Exemplare schmecken dann nach Pech, Armut, Kummer, Unfrieden, Einsamkeit, und wenn es noch etwas l├Ąnger dauert die Ofent├╝r zu ├Âffnen, dann sind einige Kekse gef├╝llt mit Schmerz, Trauer und Tod.

Diese Kekse m├Âgen die jungen Engel gar nicht gern auf der Erde verteilen. Aber der Erzengel, der ├╝ber die Ausbildung des B├Ąckernachwuchses wacht, schaut seinen jungen B├Ąckern dann mit G├╝te und Mitgef├╝hl in die jungen Augen und sagt:
“Auch das geh├Ârt zur Speise der Menschen. Ihr m├Âgt es jetzt noch nicht verstehen, aber auch diese Kekse haben ihren Sinn, ihren g├Âttlichen Auftrag.”
Seufzend legen dann die kleinen Engel mit den rosa-blauen Fl├╝geln und Kleidchen (die sie ├╝brigens furchtbar kitschig finden!) auch die verbrannten Kekse zu den sch├Ânen Keksen in den Korb.
Sie alle haben schon mal versucht, diese Kekse verschwinden zu lassen, wegzuwerfen, gegen das Gebot Gottes, aber zum Kuckuck! Im Himmel gibt es keine M├╝lleimer!!!
Wollt Ihr nun wissen, wie das mit der Verteilung funktioniert?
Kommt n├Ąher und h├Ârt!
Immer, wenn Euch unerwartet geholfen wurde,
dann habt Ihr einen Keks bekommen.
Immer, wenn Ihr gek├╝sst und umarmt werdet,
dann habt Ihr einen Keks bekommen.
Immer, wenn das Gl├╝ck Euch ins Gesicht lacht,
dann ist das ein duftender Himmelskeks…

Himmelskekse essen macht Appetit auf mehr!

Doch denkt daran, die Kekse sehen alle gleich aus, nur die F├╝llung ist verschieden und das Verbrannte br├Âselt ab auf dem Weg vom Himmel zur Erde.
├ťbrigens:
Wenn Ihr einem anderen Menschen helft, ihn k├╝sst, umarmt und Gl├╝ck in sein Haus bringt, dann bekommt Ihr ein ganzes Blech Kekse vom Himmel in Eure Vorratskammer ins Herz gestellt.

Im Himmel aber klettert immer wieder mal ein kleiner Engel auf den Scho├č vom Backstuben-Erzengel und kuschelt sich an ihn an. Lange sitzen sie so da und schauen auf den herrlichen Anblick des blauen Planeten.
Immer wieder mal fragt ein kleiner Engel den Erzengel, warum es denn in der Backstube keinen M├╝lleimer gibt f├╝r die verbrannten Kekse.
Dann streicht der Erzengel dem Kleinen ├╝ber seine rosablauen Haare und sagt:
“Das ist Gesetz. Gottes Gaben d├╝rfen nicht verschwendet werden.”
Dem Kleinen str├Ąuben sich dann die Haare, so dass er aussieht wie ein kleiner Punker.
“Aber wenn ich doch die Menschen so lieb habe und ich ihnen keine verbrannten Kekse schenken will!”

Dann l├Ąchelt der Erzengel wehm├╝tig und sagt:
“Ich will dir ein Geheimnis verraten. Komm, ich fl├╝stere es dir ins Ohr:
So oft es geht, essen wir gro├čen Engel die verbrannten Kekse.
AUS LIEBE.
Und sobald du deinen ersten verbrannten Keks gegessen hast, wirst du ein gro├čer Engel sein.
Aber wir Engel d├╝rfen nicht alle dunklen Kekse essen, sonst k├Ânnen die Menschen nicht wissen, wie gut die anderen Himmelskekse schmecken und achten sie nicht mehr und vergessen Gott und den Himmel. Und das darf nicht geschehen. Wie sonst sollen ihre Seelen zur├╝ckfinden zu uns?”

Der kleine Engel rutscht dann vom Scho├č runter und flitzt in die Backstube und sucht nach einem verbrannten Keks.

Ach, das habe ich, der Backblech-Elf, schon so oft erlebt, und jedes Mal w├Ąrmt es mir das alte Herz, wenn dann pl├Âtzlich ein neuer gro├čer Engel vor uns steht (in einem ganz wunderpr├Ąchtigem Gewand).

geschrieben von Mira, die Besuch hatte vom Backblech-Elf

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