[Autorenvorstellung] Janine Prediger

[Autorenvorstellung] Janine Prediger

Heute möchte ich euch Janine Prediger vorstellen. Es ist bereits einige Zeit her, seitdem Janine auf mich zukam, ob ich nicht Lust hätte, ihre Buch zu lesen. Damals war erst der erste Teil ihrer Der Dämon von Naruel Reihe erschienen. Aber was soll ich euch sagen: Der erste Teil konnte mich voll uns ganz überzeugen. Wieso? Dieses Schaubild der Autorin trifft es ziemlich gut.

Janine ist eher der zurückhaltende Typ Autor. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich sehr selten von ihr Werbung sehe. Und dabei lohnt es sich wirklich sehr, ihre Bücher zu lesen. Auf jeden Fall solltet ihr auf ihrer Website vorbeischauen. Ich habe selten eine so gut ausgearbeitete Website mit vielen Infos und Bildern gesehen. Es lohnt sich auf jeden Fall.  

Auch Janine hat mir ein paar Fragen beantwortet.

Liebe Janine,
danke, dass du dir
Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten. Beim Schreiben deiner Bücher
nimmst du kein Blatt vor den Mund. Blutige Szenen stellst du schonungslos da.
Hast du manchmal selbst Probleme eine Szene zu schreiben oder hast du damit
weniger Probleme?

Ich würde sagen, gerade was das Schreiben von blutigen
Szenen betrifft bin ich durch meine Sanitätsausbildung und eine Leidenschaft
für guten Horror/Splatter ziemlich abgestumpft. Gehirnmasse, Knochensplitter,
offene Bauchwunden, alles kein Problem! Zu einer authentischen Geschichte
gehört auch ab und zu eine Unappetitlichkeit und die sollte für den Leser nicht
verharmlost dargestellt oder weggeschwiegen werden.
Probleme eine Szene zu schreiben entwickeln sich bei mir
eher dann, wenn ich weiß, dass eine Figur etwas extrem Schlechtes/Unwiderrufliches
tun wird, was einen Schatten über die ganze Geschichte werfen wird oder eine
Figur sterben muss, die ich selbst sehr mag. 

In deinen Büchern
kommen viele verschiedene Wesen vor. Unter anderem Amphimen. Wie kamst du auf
die Idee diese zu entwickeln?

Ich bin Fan der griechischen Mythologie und damit auch der
klassischen Mischwesen, die aus zwei oder mehr Komponenten bestehen, etwa
Zentauren (Pferd+Mensch), Harpyien (Vogel +Mensch), etc. Daher auch die
Amphimen, die Charakteristika von Menschen und Fischen aufweisen. Warum ich
mich speziell für Fische entschieden habe rührt wohl daher, dass die Amphimen
auch ein wenig schauerlich rüberkommen sollten, und ich finde manche  Meereskreaturen, speziell Haie, ziemlich unheimlich.
Bei diesen zusammengesetzten Wesen versuche ich darauf zu
achten, dass sie nicht bereits so abgegriffen sind, wie die oben genannten
Beispiele aus der Mythologie und nutze nur selten Wesen die allen gut bekannt
sind wie zum Beispiel  Greife oder
Drachen. Es macht mir einfach viel mehr Spaß Eigenschaften und Aussehen der
Wesen wie in einem Gen-Labor zusammenzusetzen. Natürlich sollte man beim
Zusammenbasteln darauf achten, dass die entstandenen Kreaturen eine logische
Physiologie aufweisen. So trifft man Amphimen beispielsweise nur in feuchten
Gebieten oder an Gewässern an, da ihre „Fischhaut“ leicht austrocknet und dies
zum Tod führen kann.  
Andere Schöpfungen wie zum Beispiel der Schnatterhüpfer,
Rahkater oder  Snark (nein, nicht die aus
„Ein Lied von Eis und Feuer“) sind kreierte Neuschöpfungen, die keine
Mischwesen sind, sondern ähnliche Eigenschaften wie reale Tiere besitzen und
mit diesen theoretisch austauschbar wären.
In meinen Augen machen sie Naruel bunter und warum nicht
statt eines Wolfes eine orangene Raubkatze mit schwarzer Mähne auftauchen
lassen? Die Inspirationen für solche Geschöpfe kommen oft auch aus wirren
Träumen.
Du bist eine der
Autorinnen, von der ich am wenigsten Werbung lese. Wie machst du trotzdem
Werbung für dein Buch?
Aggressive Werbung versuche ich zu vermeiden. Meistens bin
ich selbst genervt von Autoren, deren Werbung ich immer und immer wieder lese.
Daher verzichte ich darauf, jeden Tag von einem meiner Bücher zu schwärmen. Das
eigene Werk anpreisen – dabei komme ich mir vor wie ein Marktschreier. Ich will
niemandem auf die Nerven gehen und wer sich tatsächlich für meine Werke
interessiert, wird auch mitkriegen, wenn etwas Wichtiges um mich herum
passiert. 
Ich mache schon Werbung, aber ich versuche dabei diejenigen
anzusprechen, die auch Werbung wollen. Zum Beispiel biete ich Bloggern
Rezensionsexemplare an oder starte auf meiner Facebook-Seite ein
Gewinnspiel,  mache Leserunden auf
Lovelybooks oder auch mal eine Blogtour. Manchmal posten Blogger auch informative
Beiträge über mich und meine Bücher. 
Nonsens-Beiträge wie „Schaut mal die Sonne scheint! Wisst
ihr wo auch die Sonne scheint? In meinem neuen Buch! *Amazonlink*“ möchte ich
dabei vermeiden. Wenn mich jemand bei Facebook abonniert, soll er Informationen
zu neuen Werken, meinem Schreibfortschritt etc. bekommen, und keine
Dauerwerbung ertragen müssen. 
Ich weiß, dass ich mir dieser Zurückhaltung nur wenige Leser
erreiche und mehr mit aggressiver Werbung, Releasepartys, Zeitungsartikeln,
Instagram etc. erreichen könnte, aber ich bin Schriftsteller, kein
Marktschreier, der versucht seine Ware lauter anzupreisen als die anderen.
Bislang hast du deine
Reihe Der Dämon von Naruel veröffentlicht. Das letzte Buch erschien am
14.03.2017, wodurch die Reihe nun beendet ist. Auf welche Bücher können sich
deine Leser in nächster Zeit freuen?
Im Moment arbeite ich an einem weiteren High-Fantasy-Werk.
Etwas weniger blutig und nicht so umfangreich wie „Der Dämon von Naruel“, dafür
mit neuen Völkern und fantastischen Legenden. Eigentlich soll es ein Einzelband
werden, aber da sich meine Geschichten manchmal selbstständig machen, könnte es
auch gut ein Zweiteiler werden. Bislang kann und will ich noch nichts zum
Inhalt sagen, da sich da noch alles ändern kann. Und da ich meinen Geschichten
viel Zeit gebe, um gut zu werden und sich zu entfalten, wird das aktuelle
Projekt voraussichtlich erst 2018 an die Leserschaft gelangen.
Ich habe auch noch eine Idee im Bereich Mystery im Kopf,
aber da ich nicht parallel an zwei Geschichten arbeiten möchte, wird dies wohl
erstmal nur eine Idee bleiben, ebenso wie das Prequel zu „Der Dämon von
Naruel.“  Das Sequel dazu liegt zwar in
Rohfassung in meinem Schreibtisch bereit, aber bevor dieses Mammutprojekt
erscheint, möchte ich einen Bekanntheitsgrad erreichen, der dem Werk würdig ist.
Wie ich bereits oben
geschrieben habe, sind deine Bücher sehr blutig. Wem würdest du deine Bücher
empfehlen und für sind sie eher weniger geeignet?
Ich würde meine Bücher jedem empfehlen, der starke Figuren
mag, einen ebenso starken Magen besitzt und Freude an Kampfszenen und Action
hat. Außerdem sollte man zwischen den Zeilen lesen können, keine festgefahrenen
Vorstellungen von Gut und Böse haben, in eine abenteuerliche Welt aufbrechen
und mit dem ein oder anderen Klischee brechen wollen. Liebhaber von Legenden, Charakterentwicklung,
authentischen Figuren und natürlich Dämonen kommen hier auf ihre Kosten.
Generell sollte man eine gewisse Reife mitbringen, um die
Andeutungen, Foreshadowings und anderen Kleinigkeiten, die ich in den Text eingebaut
habe, entdecken und deuten zu können. 
Weniger geeignet ist wahrscheinlich der typische Chicklit-Leser,
der eine melodramatische Romanze erwartet und seichte Unterhaltung mit
Glitzersternchen wünscht, die man auch mal so nebenbei verschlingen kann.  
Naruel ist keine heile Welt, wer einen Ponyhof erwartet, wo
die Freundschaft und Liebe immer das Böse besiegen kann, wird bei „Der Dämon
von Naruel“ die ein oder andere Überraschung erleben.

Vielen Dank für deine Antworten 🙂

Der Dämon von Naruel
Quelle

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