Behind the Scenes: Elea Brandtüber Opfermond

Behind the Scenes: Elea Brandtüber Opfermond

Heute gibt es eine neue und spannende Entstehungsgeschichte für euch. Dieses Mal plaudert Elea Brandt ein wenig aus dem Nähkästchen. Bekannt geworden ist sie durch ihr Buch Opfermond, das im Mantikore Verlag vor kurzem erschienen ist.

Von
Funken und Flügelschlägen

Die Frage, wie ein Buch
tatsächlich entstanden ist, ist in der Regel schwer zu beantworten. Manchmal
ist es nur ein Funke, der sich stetig zu einem Flächenbrand entwickelt,
manchmal auch der sprichwörtliche Flügelschlag eines Schmetterlings, der erst
viel später einen Sturm entfacht. Sich an den ersten Gedanken, das erste Bild
oder die erste Idee zu erinnern, die dann zu etwas Größerem angewachsen ist,
ist meistens gar nicht mehr möglich.
Auch bei meinem Debüt-Roman
„Opfermond“ kann ich mich daran nicht mehr konkret erinnern. Die
Entstehungsgeschichte erscheint mir heute eher wie ein Puzzle, das ich Stück
für Stück zusammengesetzt habe. 

Ein
Puzzle in drei Teilen

Ein Puzzleteil war der
Protagonist, Varek. Der Gedanke, einen Auftragsmörder zum Antihelden zu machen,
gefiel mir schon lange, doch die meisten Assassinen, die man aus der Literatur
und dem Videospiel-Bereich kennt, waren mir zu klischeehaft. Also stellte ich
mir die Frage: Was bringt einen Menschen dazu, eine solche Karriere
einzuschlagen und seinen Lebensunterhalt mit Morden zu verdingen? Aus diesen
ersten Gedanken entwickelte sich Stück für Stück eine Lebensgeschichte und der
Protagonist meines Romans war geboren.

Das zweite Puzzleteil war das
Setting. Die meisten Fantasy-Romane spielen in einer am europäischen
Mittelalter orientierten Welt – aber warum eigentlich? Warum nicht ein Setting
kreieren, das anders ist? Ein Wüstensetting zum Beispiel, orientalisch
angehaucht, voll von exotischen Gewürzen, uralten Gemäuern und sengender Hitze.
Meine Affinität zum Fantasy-Rollenspiel und vor allem zum „Schwarzen Auge“ hat
viel zu dieser Idee beigetragen, denn dort gibt es tolle orientalische
Landstriche, die es Spaß macht zu erkunden.

Das dritte Puzzleteil war
dann die Stimmung des Romans. Als Psychologin – speziell als
Kriminalpsychologin – habe ich mich immer schon sehr für die Frage
interessiert, wie Umwelt und Erziehung den Charakter eines Menschen formen
können. Was, wenn diese Umwelt für sich genommen bereits feindselig ist? Was,
wenn Menschen in einer Welt aufwachsen, in der Nächstenliebe, Gnade und
Verständnis fremd sind? Was macht das aus ihnen? Wie prägt es sie? Wie gehen
sie damit um? Genau diesen Fragen wollte ich mich in meinem Roman stellen und
habe ein Setting geschaffen, das düster, blutig und alles andere als freundlich
ist.

Ein
Buch in 30 Tagen – und mehr

Aus diesen drei primären
Puzzleteilen entstand schließlich das Konzept zu „Opfermond“. Geschrieben habe
ich den Roman 2014 in genau 30 Tagen, nämlich im Rahmen des National Novel
Writing Month (Nanowrimo). Der Nanowrimo ist ein Aktionsmonat für Autoren, in
dem sich die Teilnehmer selbst verpflichten, mindestens 50.000 Wörter an einem
Roman zu schreiben. Ehe ich 2014 zum ersten Mal antrat, klang das für mich nach
Science Fiction. Ein ganzes Buch? In einem Monat? Unmöglich. Nun ja, ich wurde
eines Besseren belehrt. Genau 88.207 Wörter schrieb ich im Nanowrimo an
„Opfermond“ und setzte damit auch gleich ein vorläufiges Ende unter den Roman.
Die Betonung liegt dabei auf „vorläufig“.

Die eigentliche Arbeitsphase
kam nämlich erst danach. Ich gab den Roman an Testleser, überarbeitete, gab ihn
noch mal an Testleser, überarbeitete wieder. Denn – auch wenn ich das erstmal
nicht einsehen wollte – die Rohfassung des Romans war ziemlicher Mist. Aber
dank meiner tapferen Testleser gelang es mir binnen eines Jahres eine neue
Version zu schreiben, mit der ich zufrieden war. So zufrieden, dass ich sie im
Oktober 2015 einem Verlag vorstellte.

Aller
guten Dinge sind … eins

Ich gebe zu, große Hoffnungen
hatte ich damals nicht, dass es auf Anhieb klappt. Man kennt ja die
Schauergeschichten von Autoren, die erst einen Berg Absagen anhäufen mussten,
bis sie eine Zusage ergatterten. Ich hatte Glück und fand im Mantikore-Verlag
sofort einen Interessenten, der aus meinem Manuskript ein wirklich tolles Buch
gemacht hat. Vor allem das schicke Cover bewundere ich immer noch zutiefst.

Alles in allem sind also
zwischen dem ersten geschriebenen Satz und dem Moment, an dem ich mein Buch in
der Hand halte, ziemlich genau drei Jahre vergangen. Drei sehr konstruktive,
produktive Jahre, denn natürlich habe ich mich nicht auf diesem einen Erfolg
ausgeruht, sondern weitergemacht. Man wird routinierter mit der Zeit, traut
sich mehr zu, findet leichter Anschluss. So kam es, dass ich binnen des letzten
Jahres noch zwei weitere Manuskripte in Verlagen unterbringen konnte, beim Dead
soft Verlag und beim Verlag Ohneohren. Auf diese Veröffentlichungen freue ich
mich schon sehr.

Mehr
über mich

Wenn ihr ein bisschen
neugierig geworden seid und mehr über mich, mein Debüt oder meine künftigen
Schreibprojekte erfahren wollt, dann schaut gerne auf meiner Homepage www.eleabrandt.com oder meiner
Facebookseite www.facebook.com/eleabrandt
vorbei. Ich freue mich immer über neue Gesichter und interessante Gespräche.

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