Ein Herz für Selfpublisher #9: Helena Baum

Ein Herz für Selfpublisher #9: Helena Baum

Heute geht es weiter mit Helena Baum. Helena durftet ihr hier schon im Adventskalender kennenlernen. Hinter dem Türchen hatte sich ein Interview mit ihr verborgen, in dem sie euch verrät, wie die Spannung ihrer Bücher entsteht, obwohl keiner der Charaktere stirbt.

Helene schreibt Gegenwartsromane mitten aus dem Leben. Die Personen könnten Du und Ich sein, sodass man das Gefühl hat, sie zu kennen. So liest sich zu mindestens der Klappentext, da ich keins ihrer Bücher kenne. Bei Götterkinder habe ich einen kleinen Beitrag gefunden, in dem sie über ihre Träume und Ziele berichtet. Sicherlich hat sich davon schon etwas erfüllt. 

Aber wer kennt Helena am besten, als sie selbst? Daher kommt nun sie zu Wort:
Wenn
mir etwas Spaß macht, bin ich schnell wie der Wind, der letzte Nacht um unser
Haus fegte. Deshalb habe ich mich wahrscheinlich auch für Selfpublishing
entschieden.  Wenn die Geschichte
aufgeschrieben ist, wird sie hübsch gemacht und so schnell es geht,
veröffentlicht.  Kein Exposé schreiben,
keine Verlagssuche, kein Warten. Trotzdem ist mir Qualität wichtig, deshalb nie
ohne Lektorat und Korrektorat.

Wer
bin ich und worüber schreibe ich? Mein Pseudonym ist Helena Baum. Baum ist auch
mein Mädchenname. Ich bin 54 Jahre, lebe mit meinem Partner in Italien und habe
eine erwachsene Tochter und zwei Enkelkinder, die in den USA leben. Bisher sind
von mir zwei Romane erschienen. „Erst mal für immer. Kreta“ und  „Die dreckigen Dreißiger.“ Mein drittes Buch
ist am Werden und soll im Frühsommer 18 erscheinen. Die Story wird in Portland
spielen, da, wo meine Tochter lebt.



Das
Kretabuch ist sehr autobiografisch. Es fängt damit an, wie mal wieder eine
Liebe, auf die ich so gebaut hatte, zerbrochen ist. Weg war er, von heute auf
morgen. Das Herumirren danach und das Einlassen auf einen völlig neuen Mann,
mit der Idee: Wennschon, dennschon! Dann kremple ich eben mein ganzes Leben um,
so! Im Nachhinein wirkt es fast ein bisschen trotzig. Nach dem Motto: Dir zeig
ich es, Leben! Gesagt, getan. Ich bin mit ihm auf die Insel Kreta gegangen und dort
haben wir fast drei Jahre gelebt. Das Buch handelt ab der Hälfte vom Leben auf
Kreta, der sich entwickelnden Liebe zu dem neuen Mann, den Hindernissen und
einer alles verändernden Entscheidung. Mehr will ich nicht verraten.



„Die
dreckigen Dreißiger“ überrascht die Leser oft, weil es erst einmal nach einem
lustigen Buch klingt. Aber da steckt mehr zwischen den Buchdeckeln. Neben dem
Humor der Erzählerin, der durch das ganze Buch trägt, gibt es auch Tragisches,
Trauriges, sehr Berührendes. Die pralle Packung Leben. Es ist auch eine
Geschichte über das Zusammenleben und Zusammenhalten, auch wenn man keine
Familie im üblichen Sinne ist.



Mir
ist es immer wichtig, Spannung zu erzeugen. So, dass man umblättern möchte, um
zu wissen, wie es weitergeht. Ich mag keine ewigen Landschaftsbeschreibungen
und auch keine ewigen Personenbeschreibungen. Mir wird oft ein gutes
Erzähltempo bescheinigt und ich mag Gegenwartsliteratur. Das, was nebenan
passieren könnte. Gleich neben meinem eigenen Leben. Da mein anderer Beruf
Psychotherapeutin ist, quelle ich fast über von Geschichten, die es gibt. Bei den
„Dreckigen Dreißigern“ ist viel eingeflossen, was ich aus den Therapien kenne.
Zum Beispiel, dass mir eine Frau erzählte, wie ihr Neugeborenes sie direkt nach
der Geburt angeschaut hatte.  „Es
hatte alte, weise Augen und die Augen sagten mir, dass ich keine gute Mutter
sein werde. Und das Baby hatte Recht. Ich war keine gute Mutter.“  Als
sie mir das so erzählte, war ihre Tochter bereits 25 Jahre alt. Diese Szene,
etwas verändert, werden die Leser in meinem zweiten Buch finden.



Danke,
liebe Anna, dass ich etwas von mir erzählen durfte.



Ich hoffe, dass ihr einen Einblick in ihre Bücher und ihr Leben bekommen habt. Falls der Aspekt Bücher noch fehlt, folgen hier die beiden Klappentexte:


Die dreckigen Dreißiger

Romy ist Single mit Kind, Roberta lebt mit Mann und Zwillingen und Florence mit Mama. Sie sind in ihren “dreckigen Dreißigern”, wie der Barmann aus der Kneipe, in der sie sich freitags treffen, amüsiert feststellt. So sehr sie ihre Suche nach Glück eint, so unterschiedlich sind ihre Vorstellungen davon. Florences kurzes Glück führt zu Robertas Lebenserdbeben. Romy verliebt sich so, dass all ihre SIcherheiten über Bord fliegen müssen. Die Lebens-und Liebessehnsüchte der Frauen führen zu Verwicklungen, die diese Freundschaft auf harte Proben stellt. Drei Frauen, drei Schicksale. Alle haben den Mut, sich auf die pralle Packung Leben einzulassen: Suchen-Finden-Verlieren, sich aufrappeln und weitermachen.

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Erst mal für immer

„Er kommt rein und kann mir nichts erklären, nichts, was ich verstehen würde. Nichts, was ich nickend annehmen könnte. Wir sitzen in der Küche, trinken diesen schalen Kaffee und wissen, dass es der Letzte ist. Er packt seine Sachen. Ich stehe wie betäubt neben mir. Mein erschrockenes Herz pocht immer nur nein, nein, nein.“ Lena war sich so sicher, dass diese Beziehung halten würde. Für immer, bis zum letzten Atemzug. Sie hat keine Ahnung, was schiefgelaufen ist und ist voller Fragen. Sie gönnt sich eine Auszeit und lernt den verheirateten Tom kennen. Aus einem harmlosen Small Talk entspinnt sich eine neue Lebensidee. Sie setzt alles auf eine Karte. Jetzt oder nie! Sie ist nicht mehr Zwanzig, nicht mehr Dreißig, auch nicht mehr Vierzig. Worauf warten? Wer weiß schon, was morgen ist?




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