[Geburtstagsmonat] C. A. Raaven – E-Death: App ins Verderben

[Geburtstagsmonat] C. A. Raaven – E-Death: App ins Verderben

C. A. Raaven
über “E-Death: App ins Verderben”

Wie ich auf
meiner Website schon vor kurzem schrieb, war das Genre “Krimi” bisher
etwas, an das ich mich nicht wirklich herangetraut habe. Umso erstaunter war
ich daher, als ich beim näheren Nachdenken über eine Idee, die mir noch während
der Arbeit am Manuskript von “BAT Boy 2” kam, immer mehr Aspekte der
Story genau in Richtung dieses Genres zeigen sah. Es wurden Verbrechen
begangen, aber die Hauptpersonen steckten nicht plötzlich in einer ausweglosen
Situation (was ja eher für einen Thriller typisch ist), sondern beschäftigten
sich mit deren Aufklärung. Alles lief auf den Punkt zu, wenn endlich klar wird,
wer diese Verbrechen begangen hat und kurz vor Schluss gab es einen Twist, der
einen vieles in einem anderen Licht sehen sah. Nichtsdestoweniger habe ich mich
an das Projekt herangetraut. Hier ist die Geschichte der Geschichte.

Es war im
November 2015, als ich eigentlich genug damit zu tun hatte, das Manuskript des
zweiten Teils meiner Urban Fantasy Reihe auf die Veröffentlichung im Januar
2016 vorzubereiten. Mit einem Mal war da eine Frage, die sich mein Gehirn aus
all dem, was in den Tagen zuvor so passiert war, zusammengesucht haben musste,
um daraus etwas Greifbares zu destillieren. 

»Wir geben
tagtäglich freiwillig Massen von Daten für die unterschiedlichsten sozialen
Netzwerke oder auch nur zur Nutzung von Komfortfunktionen auf unseren
Smartphones frei. Aber was passiert, wenn sich jemand genau solche Daten unbemerkt
zunutze machen würde, um ganz eigene – möglicherweise sogar ziemlich kranke –
Vorstellungen zu verfolgen?«

Wie in den
meisten Fällen, wenn man gerade mit etwas komplett anderem beschäftigt ist,
widmete ich dieser Frage zunächst keine weitere Aufmerksamkeit – schließlich
galt es, den Drucksatz des Manuskripts zu vervollständigen. Aber die Frage
drückte sich weiterhin im Hinterzimmer meines Geistes herum und blieb
hartnäckig, bis ich ihr schließlich die Chance gab, zu einer Idee zu werden.
»Okay. Mal
angenommen es gäbe so eine Person, die auf die Idee käme, sich zu finsteren
Zwecken die Daten unbedarfter Menschen anzueignen. Wie könnten diese Zwecke
beschaffen sein? Und was für eine Person wäre überhaupt in der Lage, so zu
handeln?«
Schnell wurde
mir klar, dass eine solche Person nicht nur hochintelligent und technisch
versiert sein müsste. Sie müsste auch eine völlig verquere Vorstellung vom
Zusammenleben in einer menschlichen Gesellschaft haben, um überhaupt so weit zu
gehen. Dementsprechend könnten auch die Effekte, die solche wahnhaften
Vorstellungen hervorbringen, ziemlich drastisch sein. Es lief also auf Mord und
Totschlag hinaus – interessant.
»Na gut.
Weiter im Text. Was muss einem Menschen geschehen, um letztendlich so abwegige
Vorstellungen zu entwickeln und sie auch in die Tat umsetzen zu wollen?«

Grundsätzlich
ging ich davon aus, dass nur sehr wenige Menschen von Geburt an mit einem
psychischen Defekt dieses Ausmaßes ausgestattet wären. Aber da waren ja auch
noch die, die erst im Verlauf ihres Lebens zu Psychopathen gemacht wurden.
Plötzlich schwebte mir eine Familie im Kopf herum, bei der die üblichen
Maßstäbe nicht anzusetzen wären. Ein hochintelligentes Kind, das aber nichts
von seiner Begabung ahnt. Umgeben ist es von einem kontrollfixierten Vater, der
keine Liebe zu kennen scheint, und einer Mutter, die nicht in der Lage ist,
einem Kind die Fürsorge angedeihen zu lassen, die es braucht. Das Leben dieses
Kindes wäre geprägt von Arbeit und Angst. Angst davor, etwas nicht zur Zufriedenheit
des übermächtigen Vaters zu erledigen. Aber auch Angst vor einer in einem
düsteren – eher dem Bau eines Tieres gleichenden – Zimmer vor sich
hinvegetierenden Mutter. Dieses Kind müsste noch jung genug sein, um nachhaltig
von den Glaubenssätzen des Vaters beeindruckt werden zu können, aber auch alt
genug, um die Rolle eines Dienstboten für den Vater und einer Pflegeperson für
die Mutter wahrnehmen zu können.

»So weit, so
gut. Aber wie kannst du all das auch dem Leser klar machen, ohne eine ewig
lange Einführung zu verfassen, die zum Schluss keiner lesen will?«

Nach einer
gewissen Zeit des Überlegens fand ich eine gangbare Lösung. Die Leser würden
die Entwicklung des Kindes begleiten, würden quasi in seinem Kopf all das
miterleben, was letztendlich zur Ausbildung der krankhaften Vorstellungen
führt. Es kamen Bilder vor meinem inneren Auge hoch, vor denen ich mich fast
selbst erschreckte. Und doch wusste ich, dass ich das arme Kind durch diese
psychischen Qualen schicken musste.
»Aber das
alleine reicht doch nicht für eine fesselnde Geschichte. Wo ist der Konflikt?
Wie soll denn die Spannung entstehen?«

Die
Entscheidung in diesem Punkt war schnell getroffen: Das gesamte Buch würde
zweigeteilt werden. Der düsteren Entwicklungsgeschichte wollte ich eine locker
geschriebene Story der Personen gegenüberstellen, die sich letztendlich auf die
Spur des verstörten ehemaligen Kindes machen. Diese beiden Geschichten sollten
sich immer weiter aufeinander zu bewegen, bis sie schließlich eins wären.

Was denn?
Keine weiteren Anmerkungen? Wo bleibt die provokante Frage aus meinem
Hinterkopf?

Aber es gab
sie nicht. Mein innerer Lektor war zufrieden und ließ mich machen. Und ich
machte. Innerhalb einer für meine eigenen Begriffe ultrakurzen Zeit von nicht
einmal zehn Monaten war der erste Entwurf des Manuskripts fertiggestellt und
ist bei der Überarbeitung sogar noch erweitert worden. Am 01. Mai 2017 ist
“E-Death: App ins Verderben” als E-Book und Printversion erschienen.

Auf meiner
Website www.c-a-raaven.de oder der
Facebook-Seite »C.A.Raaven« gibt es noch viele weitere Informationen rund um
das Projekt und vielleicht auch die eine oder andere Aktion im Zusammenhang mit
der Veröffentlichung. Vorbeischauen lohnt sich.

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