[Geburtstagsmonat] Christiane Lind – Autorinvorstellung

[Geburtstagsmonat] Christiane Lind – Autorinvorstellung

Christiane Lind hat sich immer schon
Geschichten ausgedacht, die sie ihren Freundinnen erzählte, aber nur selten zu
Papier brachte. Erst zur Jahrtausendwende erinnerte sie sich daran und begann
Kurzgeschichten zu schreiben. Inzwischen hat sie unter den Pseudonymen Romane
bei den Verlagen Rowohlt, Thienemann, Droemer, Aufbau und Amazon Publishing
veröffentlicht. Seit 2016 publiziert sie Geschichten im Selbstverlag – als
Christiane Lind und Carolyn Lucas.

Beim Schreiben begibt sich Christiane am
liebsten auf die Spur von Familien und deren Geheimnissen, sei es im
Mittelalter, dem 20. Jahrhundert oder auf anderen Kontinenten. Nach Zwischenstationen
in Göttingen, Gelsenkirchen und Bremen teilt sie heute in Kassel eine Wohnung
mit unzähligen und ungezählten Büchern, einem Ehemann und vier Katern. Die
Samtpfoten erwarten von Christiane, dass mindestens eine Katze in ihren
Geschichten vorkommt, was inzwischen ihr Markenzeichen ist.

Internetseite: www.christianelind.de

Interviewfragen

Wie viel (literarisches) Blut klebt an deinen
Händen?

Oh
einiges, obwohl ich keine Krimis schreibe. Es fällt mir jedes Mal sehr, sehr
schwer, eine Figur umzubringen, auch wenn die Geschichte das erfordert. Besonders
hart war das bei „Im Land des ewigen Frühlings“ – da stand für Wochen auf
meiner täglichen To-do-Liste: Endlich umbringen!

Haustiere? Helfen sie beim Schreiben? (Oder halt
das, was sie für helfen halten.)

Obwohl ich meine
vier Samtpfoten gern Musekater nenne, sollten sie eigentlich
Schreibverhinderungsminitiger heißen, da sie es lieben, auf dem Notebook zu
sitzen oder sich zu prügeln, sobald ich im Schreibfluss bin.

Auf einer Skala von 1 bis 10, wie sehr versinkst
du in deinen Geschichten beim Schreiben? Wirkt sich das auf das ‘echte’ Leben
aus?

Mindestens eine
Neun! Mir passiert oft, dass ich kurz davor bin, meinen Mann oder Freundinnen
zu fragen, ob sie nicht auch der Meinung sind, dass Paula oder Luise besser
nicht auf die Titanic gegangen wären … und dann fällt mir ein, dass Paula und
Luise ja nur für mich existieren. J
Eine Folge ist,
dass ich Freundinnen und Familie vernachlässige, weil ich mit den Figuren im
Kopf lebe und mich nicht von ihnen trennen will, und jeden Anruf oder Besuch
als Ablenkung oder Zeitfresser begreife. Es ist nicht leicht, mit Autorinnen
befreundet oder verheiratet zu sein oder sie als Katzenpersonal zu haben.

Wenn du nicht mehr schreiben könntest (es ist ab
morgen verboten), was würdest du stattdessen tun?

Mich endlich
wieder mit Freundinnen treffen, mehr Bücher lesen, die Kater kuscheln …

Nenne 3 Gegenstände, die du beim Schreiben (neben
dem Laptop/Rechner) gern um dich hast.

Recherchebücher,
meine Kater (obwohl ich die nicht als Gegenstände betrachte), Chai-Tee.

Welche ist deine liebste (eigene) Buchfigur?

Lily aus „Ich
warte auf dich, jeden Tag“, das ich unter dem Pseudonym Clarissa Linden
veröffentlicht habe. Ich wäre gerne so mutig und klug und lebensfroh wie sie.
Lily gibt niemals auf, auch wenn ihr das Leben eine Klatsche nach der nächsten
verpasst. Während Alexander an der Vergangenheit festhält, nimmt sie das Leben,
wie es eben ist und findet so ihr Glück.

Welche alltäglichen Kleinigkeiten machen dich
glücklich?

Salted-Caramel-Eis,
blühende Balkonblumen, friedliche Kater, Bücher …

Welche Dinge/Situationen magst du gar nicht?

Ich hasse Warten
und Zugverspätungen und Unhöflichkeit. Letzte Woche war ich zur Recherche in
Großbritannien und bin jedes Mal wieder beeindruckt, wie viel leichter das
Leben ist, wenn man freundlich miteinander umgeht.

Welche Tipps helfen dir bei Zweifeln und
Versagensängsten?

Mir hilft nur
Schreiben. Wenn ich in der Geschichte versinke, dann denke ich nicht darüber
nach, ob sie sich auf dem Markt behaupten kann oder ob sie ihre Kosten wohl
einspielen wird oder ob die Welt wirklich noch ein Buch braucht.



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