[Geburtstagsmonat] Jürgen Albers – Interview

[Geburtstagsmonat] Jürgen Albers – Interview

Für heute hat euch Jürgen Albers Beiträge vorbereitet. Viel Spaß. 🙂

Jürgen Albers
Anna: Hallo Jürgen. Vielen Dank erst einmal, dass du dich von mir
ausfragen lassen möchtest.
Jürgen: Hallo Anna. Ich hab zu danken. Ich will das mal vorausschicken:
Du machst auf deinem Blog und hier auf FB wirklich tolle Aktionen und ich denke,
wir Autoren und Leser sollten mal ‘Danke’ sagen dafür.
Anna: Gern. Bücher sind mein Leben

Anna: Du hast erzählt, du seist “Viertel-Brite”, wie ist das
gemeint?
Jürgen: Stimmt. Mein Großvater väterlicherseits ist in London geboren
und war britischer Staatsbürger, obwohl unsere Familie aus Deutschland stammt.
Anna: Wie kam es dazu?
Jürgen: Ich stamme aus einer Familie von Pfeffersäcken, wie man früher
sagte, einer Kaufmannsdynastie, die ihren Sitz in Bremen hatte. Traditionell
wurde ein Sohn nach England geschickt, einer nach Reval. Das ist das heutige Tallinn
in Estland. Damals gehörte natürlich alles zum Russischen Reich.
Anna: Ist so deine Liebe zu Großbritannien entstanden? Hattest du ein
enges Verhältnis zu deinem Großvater?
Jürgen: Ich fang mal hinten an: Nein, ich habe meinen Großvater kaum
kennengelernt. Er starb, als ich sehr klein war. Aber mein Vater hatte so eine
Art Nachholbedarf, was das Geburtsland seines Vaters anging und so haben wir
gemeinsam sehr ausgedehnte Reisen, insbesondere nach England unternommen. Da
habe ich mir den Virus wohl eingefangen. (lacht)
Anna: Für England?
Jürgen: Ja, aber nicht nur. Meine erste eigenständige Reise führte nach
Wales und Schottland. In den letzten Jahren war ich oft in Irland.
Anna: Und du holst dir dort Inspiration?
Jürgen: Ja, das kann man sagen. Auf Reisen fliegt einem viel zu. Ich
suche immer den engen Kontakt zu den Menschen und lasse mir gern Geschichten
erzählen.


Anna: wie zum Beispiel…?
Jürgen: Wie z.B. die Geschichte vom Mann, der auf einen Hügel stieg und
starb.
Anna: Hört sich fast nach Fantasy an. Worum geht es
Jürgen: Ja, tatsächlich hört sich die Geschichte so an und sie hat auch
sehr geheimnisvolle Anteile. Ich werde die Geschichte im Rahmen der
Inspektor-Norcott-Reihe benutzen und möchte jetzt nicht zu viel verraten. Nur
so viel: Es beruht auf einem wahren Ereignis und ist wirklich extrem spannend.

Anna: Du hast eben schon die Inspektor-Norcott-Reihe erwähnt, benannt
nach dem Helden deines Erstlings “Crossroads”. Magst du etwas zur Reihe
erzählen? Wird Inspektor…
Jürgen: Chief Inspector
Anna: (lacht) Chief Inspector. Wird er weiterhin der Held der Reihe
sein?
Jürgen: Ja und nein. Norcott, im jetzt kommenden Roman
“Erased” schon Superintendant, wird in einigen der Romane wieder auftauchen,
teilweise als Hauptfigur, teilweise aber auch als Nebenfigur und ein anderer
Kriminalbeamter übernimmt die Hauptfigur. Vier dieser späteren potentiellen
Hauptfiguren habe ich bereits in Crossroads vorgestellt.

Anna: Verrätst du uns, wer das sein wird?
Jürgen: Ja gern. Da haben wir den französischen Capitaine Grignard von
der Gendarmerie nationale. Er wird später in Deutschland ermitteln, nach dem
Krieg. Dann der frühere Inspektor Breckow, den der Leser in Crossroads noch als
deutschen Besatzungsoffizier kennengelernt hat. Er kehrt nach dem Krieg nach
Deutschland zurück und übernimmt … na … dazu möchte ich noch nichts sagen.
Er wird andere Aufgaben übernehmen und es wird ihn u.a. nach
Niederländisch-Indien verschlagen. Übrigens eine Geschichte, die teilweise auf
einer eigenen Familiengeschichte beruht. 
Anna: Das sind, mit Norcott, erst drei.
Jürgen: Du hast recht. Aber um den vierten möchte ich noch ein
Geheimnis machen. Nur so viel: Sein Name ist eine kleine Verbeugung vor einer
lieben Freundin. Übrigens finden sich eine Menge Andeutungen in Crossroads und
ich habe großen Spaß daran, Hinweise im Text zu verstecken.

Anna: Du hast in Crossroads einige sehr starke Frauencharakter
eingebaut. Dürfen wir denn auch mit einer weiblichen Hauptfigur rechnen?
Jürgen: Das ist ein wichtiger Punkt. Ich mag nicht so nach dem
klassischen Rollenmodell schreiben: Männer sind die starken Helden, Frauen
müssen gerettet werden. Meine Frauencharakter können alle für sich selbst
sorgen. Aber weibliche Hauptfiguren sind allein deshalb schwierig, weil es in
der Epoche, in der ich schreibe, die 1940er und 50er, schlicht kaum weibliche
Polizeioffiziere gab. Aber um deine Frage zu beantworten: Ja, es wird
mindestens eine weibliche Hauptfigur geben.

Anna: Schön. Nochmal zurück zu den Hinweisen im Text: Das klingt
spannend. Kann der Leser das erkennen?
Jürgen: Ja und nein. Manche Namen sind Verbeugungen vor Freunden, die
oft auch Testleser waren. Die kann ein Leser nicht erkennen. Andere Namen, z.B.
Straßennamen oder Musik, erwähnt wird, haben eine versteckte Bedeutung. Der
Leser kann also mit Aufmerksamkeit Hinweise erhalten. Aber ich gebe es zu: Einfach
sind die Hinweise nicht. Und ich bekenne, es sind eine Reihe roter Heringe
darunter, also falsche, irreführende Hinweise.

Anna: Okay, genug Spannung aufgebaut! Wann dürfen die Leser mit
Nachschub rechnen?
Jürgen: Wenn die Planung soweit klappt, dann wird der Nachfolgeroman
“Erased” pünktlich zum Weihnachtsfest bereit liegen.

Anna: Dann doch noch eine letzte Frage: Ganz kurz die Story von
“Erased”?
Jürgen: Schauplatz ist Oxford, 1947. Ein genialer junger
Wissenschaftler wird bedroht und Norcott muss sich wider Willen um den Fall
kümmern. Und leider hat er diesmal mehr als genug Verdächtige.
Anna: Vielen Dank für das Interview, lieber Jürgen. Ich wünsche
Crossroads und seinen Nachfolgern zahlreiche Leser.

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