Haben Buchblogs noch Qualiät?

Haben Buchblogs noch Qualiät?

Oder ist das Thema mittlerweile ausgelutscht? Meiner Meinung nach nicht und ich wollte mir einiges von der Seele schreiben. 

Wieso sollte eine Bloggerrezension mehr Umfang habe?
Auf dieses Thema kam ich, nachdem ich mit einer Bloggerin darüber diskutiert habe, dass ich es nicht so toll finde, dass Blogger kurze Rezensionen á la vier Sätze schreiben. Versteht mich nicht falsch. Ich lese sehr gerne kurze Rezensionen, aber zum Beispiel nur auf Amazon. Auf einem Blog erwarte ich wesentlich mehr. Wieso? Weil ich ein Buch eines Autors bekommen und das nicht umsonst. Im Bestfall sogar noch als Print, was den Autor viel Geld kostet, das er wiederum erst verdienen muss. Die Lesezeit gehört für mich nicht zur Arbeit, denn das ist genau das, was ich gerne mache. Mich in fremde Welten entführen lassen und Spaß dabeihaben. Die richtige Arbeit beginnt für mich nach Abschluss des Buchs: Die Rezension. Vor einiger Zeit hatte ich mal einen Beitrag darüber verfasst, warum Rezensionen wichtig sind. Diesen findet ihr hier. Dort findet ihr auch einige Tipps, wie ihr eure Rezension gestalten könnt. 


Ich binde meine Follower mit Geschenke an mich und meinen Blog.
Böse gesagt, aber leider so. Klar könnte ich ebenfalls die sogenannten Stammfollowerpäckchen an meine Leser vergeben, aber ist das der Sinn des Bloggens? Muss ich meine Follower jeden Monat dazu animieren, dass sie fleißig kommentieren und liken? Für mich ein klares Nein! Sicherlich eine schöne Geste, den Follower etwas Materielles zurückzugeben, aber erkaufe ich mir damit nicht in einem gewissen Sinn meine Follower? Denkt einmal darüber nach. 

Gewinnspiele, Gewinnspiele, Gewinnspiele
Um an das vorige Thema anzuknöpfen: Gewinnspiele sorgen dafür, dass ich jede Menge Follower bekomme. Denn was reizt den Leser mehr, als etwas zu gewinnen? Ich gebe zu, dass ich gerne Gewinnspiele veranstalte, aber in der Regel mit einem Hintergedanken: Nämlich die Autoren in den Fokus zu rücken. So beispielsweise mein Geburtstagsmonat oder der Adventskalender. Natürlich gibt es ab und an Gewinnspiele, die ich einfach aus Lust und Laune mache, aber übertreiben möchte ich es damit nicht. Die jüngsten Ereignisse haben mich wieder wachgerüttelt, als eine Bloggerin ein Gewinnspiel veranstaltete, welches vor allem ihren Eigennutz im Sinn hatte: Damit für sie gevotet wird. Das geht für mich leider am Sinn vorbei. Ebenso die Blogger, die jede Woche ein Gewinnspiel veranstalten. Auch das habe ich gesehen..
So viele Bücher, wie ich bekommen kann.
Wer meinen Blog und mich kennt weiß, dass ich immer mit Rezensionsexemplaren ausgestattet bin. Das ist kein Punkt, wo ich gerne mit angeben möchte, vielmehr ist es für mich aktuell zur Last geworden. Ich selbst frage, bis auf im Bloggerportal, keine Rezensionsexemplare an, sondern werde von den Autoren gefragt. Diese wissen in der Regel, dass sie bei mir lange warten müssen, bis ich dazu komme, ihre Bücher zu lesen. In letzter Zeit sehe ich immer wieder Blogger, die Bücher horten und ihre Zeit nicht einhalten können. Viel mehr hat mich dem Letzt ein Post einer Autorin traurig gestimmt, die überlegt, ob sie überhaupt noch mit Bloggern zusammenarbeiten möchte, da es nicht mal 50% der Blogger geschafft haben, ihr eine Rezension ihrer kostenlos ausgegebenen Bücher zu schreiben. Das Traurige: Es handelt sich teilweise um namenswerte Blogger. Aber ist es das, was wir wollen? So viele gratis Bücher bekommen, wie wir können? Nein! Ich möchte die Autoren unterstützen, dem Leser tolle und interessante Beiträge zeigen sowie einfach Spaß haben. Das ist doch viel wichtiger, als etwas umsonst zu erhalten, oder?
Höher, mehr und Fall
Jeder will erfolgreich sein. Jeder will immer mehr bis irgendwann der große Fall kommt. Auch bei mir kam er im Sinne von Spaßverlust. Ja, das Bloggen hat mir keinen Spaß mehr gemacht, genauso wie das Lesen von Büchern. Ich habe mich immer wieder gefragt, warum es nicht mit dem Bloggen klappt, bis ich akzeptiert habe, mit dem glücklich zu sein was ich habe. Seitdem läuft es super. Ich sehe Blogger, die Ideen klauen. Ich sehe Blogger, die sich vergleichen. Ich sehe Blogger, die im Konkurrenzkampf sind und das macht mich traurig. Aber wo bleibt die Individualität? Wo bleibt ihr? 
Jammerposts
Als letzten Punkt möchte ich den Jammerpost anführen, der vor allem auf Facebook zu finden ist. Wo seid ihr denn alle? Ach meine Reichweite ist gesunken? Wer folgt mir denn überhaupt noch? Bei manchen Blogs sind diese Beiträge sehr dominant und nerven nur noch. Was wollt ihr damit erreichen? Dann bekommt ihr eben ein Like auf euren Beitrag und mal ein Kommentar und? In einer Woche ist die Reichweite wieder weg. Leider weiß ich nicht mehr, auf welchen Blog ich darüber einen Artikel gelesen habe. Auf jeden Fall hat die Bloggerin sehr gut ausgeführt, was es mit der Reichweite auf Facebook auf sich hat. Bei Jill von Letterheart gibt es ebenfalls einen Beitrag dazu.

Mein Fazit
Um zur Frage zurück zu kommen, ob Buchblogs noch Qualität haben. Es gibt viel Blogger, denen ich sehr gerne folge, da sie einfach tolle Beiträge schreiben und sich viel Mühe geben. Unter anderem Trallafittibooks und Fuchsias Weltenecho, die beide vor allem durch ihre schönen Bilder und den Support für Autoren herausstechen. Zu dem setzen sich beide Blogs mit kritischen Themen auseinander. Andere Blogs möchte ich nicht folgen bzw. habe ich mittlerweile entfolgt, da sie mir negativ aufgestoßen sind. Die Qualität hängt dementsprechend für mich davon ab, ob sich jemand bemüht, schöne Beiträge zu schreiben und zu helfen wo er kann oder ob jemand sich alles “erkauft”.


Manchmal frage ich mich, ob ich noch Lust habe zu Bloggen, wenn so viele Blogs mehr Erfolg haben. Aber dann sage ich mir, dass Erfolg nicht alles im Leben ist und ich mit dem zufrieden sein soll, was ich habe. Und ich denke, dass ich etwas Tolles habe. Nämlich tolle Leser, netten Autorenkontakt und wahnsinnig viel Spaß. Und das kann mir kein Gewinnspiel oder viele Rezensionsexemplare geben. 

Und jetzt dürft ihr meinen Beitrag auseinander nehmen. 😉

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