Interview mit Karin Seemayer

Interview mit Karin Seemayer

Heute darf ich euch das Interview mit Karin Seemayer präsentieren. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.

Anna: Hallo Karin, ich habe bisher keins deiner Bücher gelesen. Ich habe aber gesehen, dass du historische Romane schreibst. Was fasziniert dich an diesem Genre?
Karin: Guten Morgen, das Eintauchen in eine andere Welt. Ich finde historische Ereignisse und Personen faszinierend- und die Geschichte bietet eine unglaubliche Vielfalt an Ideen für Charaktere, Plot und Setting.

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Anna: Kannst du dir vorstellen, auch Bücher aus anderen Genre zu schreiben?
Karin: Zurzeit nicht. Vielleicht irgendwann einmal.

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Anna: Hast du denn schon weitere Bücher geplant und kannst einen kleinen Einblick geben?
Karin: Ich schreibe an einer Fortsetzung von “Die Tochter der Toskana”, aber leider darf ich noch nichts verraten. Dann habe ich noch zwei Ideen, wo der grobe Plot schon steht. Mal sehen, was daraus wird.

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Anna: Das verstehe ich. Als Leser fragt man sich oft, wie denn der normale Alltag eines Autors aussieht. Kannst du mir da etwas darüber erzählen?
Karin: Ganz spontan fällt mir zum Stichwort Autorenalltag das Wort warten ein. Man wartet eigentlich immer. Auf die Rückmeldung der Agentur, auf den Verlagsvertrag, auf das Lektorat, auf den Veröffentlichungstermin. Währen der Warterei schreibt man am nächsten Projekt und das Warten fängt von vorne an.
Mein Schreiballtag sieht so aus, dass ich mich morgens mit meinem Kaffee an den Computer setze. Ich kann dann am besten arbeiten. Wenn ich mit einem neuen Projekt anfange, plane ich den groben Plot und recherchiere parallel dazu die Hintergründe. Da ich historischen Romanen schreibe, ist das besonders am Anfang so viel Arbeit, dass ich kaum zum Schreiben komme. Doch das macht auch Spaß, denn gerade bei der Recherche habe ich oft die besten Ideen. Wenn es dann richtig ans Schreiben geht, versuche ich, ca. 1000 Wörter am Tag zu schreiben, wobei ich da auch immer wieder unterbreche, um zu recherchieren, es gibt immer wieder Dinge, die ich nachlese. Nach ca. zwei –drei Stunden fühlt sich dann mein Kopf an, als hätte jemand durchgepustet. Dann schnappe ich mir unseren Hund, gehe eine Stunde durch den Wald, meistens mit dem MP3 im Ohr, weil ich dabei die nächsten Kapitel im Kopf durchspiele, und dabei hilft mir die passende Musik wirklich gut. Während des Schreibens brauche ich dagegen Ruhe, da stört mich sogar eine tickende Uhr. Danach hat mich dann der echte Alltag. Arbeit, Haushalt, im Sommer Gartenarbeit. Manchmal setze ich mich dann am späten Nachmittag nochmal ans Manuskript. Das ist meistens in der Phase der Fall, in der mich die Geschichte so fest im Griff hat, dass meine Gedanken ständig darum kreisen.

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Anna: Warten kann echt übel sein und ich verstehe es, wenn Autoren dann ganz hibbelig
werden. Vor allem hört das Warten sicherlich nie auf, denn sobald das Buch veröffentlicht ist, wartet man auf die ersten Rückmeldungen seitens der Leser. Dein Alltag klingt spannend, aber auch sehr anstrengend. Ich höre öfters die Aussage, dass der Job Autor leicht sei und man ja “nur” schreiben würde. Um mit dem Gerücht aufzuräumen.. Kannst du erzählen, welche Aufgabe neben dem Schreiben noch alles auf Autoren zukommt?
Karin: “Ich höre öfters die Aussage, dass der Job Autor leicht sei und man ja “nur” schreiben würde.“ Klar. „Schreiben ist leicht. Man muss nur die falschen Wörter weglassen. „– Das hat Mark Twain gesagt.. Abgesehen von der Recherche, ist es bei mir so, dass ich vor dem Schreiben
plotte, also die Geschichte plane. Nicht nur die Handlung, sondern auch die Gliederung und Dramaturgie, ich plane den Spannungsbogen. Danach schreibe ich ein Exposé, das geht an meine Agentin. Wenn sie sagt, dass sie es gut findet und es vertreten will, fange ich an zu schreiben. Die ersten 30 – 100 Seiten. Die gehen dann als Leseprobe an den Verlag. Wenn es einen Vertrag gibt, schreibe ich weiter. Das fertige Manuskript schicke ich an meine Testleser, nach ihren Rückmeldungen überarbeite ich es nochmal. Dann geht es an die Lektorin – und dann kommt das Lektorat. Im ersten Durchgang sind es meistens inhaltliche Verbesserung. Manche Szenen sollen mehr ausgebaut werden, an einigen Stellen fehlt die Romantik, oder ein Konflikt soll deutlicher beschrieben werden. Dann heißt es, wieder überarbeiten. Der zweite Schritt ist das stilistische Lektorat, da werden schief klingende Sätze und schräge Formulierungen ausgebügelt. Der dritte Schritt ist das Korrektorat, da wird dann nur nach Rechtschreibfehlern gesucht. Nach der Veröffentlichung gibt es den eine Leserunde auf Lovelybooks und wie jetzt, auch auf Leserunde.de. Das kostet sehr viel Zeit, macht aber auch großen Spaß. Naja, und dann gibt es auch noch Facebook, wo ich regelmäßig poste und natürlich lese, was die Kollegen so machen.

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Anna: Das widerspricht auf jeden Fall den Aussagen, die man ab und zu hört. Wenn du Lesern dein Buch schmackhaft machen müsstest, was würdest du ihnen sagen?
Karin: Oje, mit so etwas tue ich mich wirklich schwer. Ich zitiere aus einer Rezension: “Dieses Buch hat alles, was man sich für Winterabende wünscht: eine romantische Liebesgeschichte, einen Einblick in die italienische Historie, spannende Abenteuer” – Irina Grabow. Die Tochter der Toskana ist ein historischer Roman, der mehrere Themenbereiche miteinander vereint. Im Mittelpunkt steht die Geschichte von Antonella, einem Mädchen aus dem Appennin, und Marco, dem Sohn einen Winzers in der Toskana, die auf ihrer Reise vielen Hindernissen begegnen. Der Widerstand der Bevölkerung gegen die Übermacht der Habsburger bringt sie das eine oder andere Mal in Lebensgefahr. Das beschwerliche Leben der einfachen Bevölkerung wird ausführlich behandelt und auch die wunderschöne Landschaft der Toskana kommt nicht zu kurz.

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Anna: Das klingt interessant und ich kann mir vorstellen, dass es einige neugierig machen wird. Vielen Dank, dass du dir die Zeit für meine Fragen genommen hast.
Karin: Gern geschehen. 🙂 

Da sicherlich nicht jeder von euch ihre Bücher kennt, hier der Klappentext zu ihrem Buch Die Tochter der Toskana.

Toskana, 1832: Antonellas Traum ist es, zu kochen und Wein anzubauen, doch sie soll den reichen Sohn des Müllers heiraten. Voller Verzweiflung bricht sie aus der Enge ihres kleinen Dorfes in den Apuanischen Alpen aus und flieht nach Genua. Die Reise ist gefährlich, denn Italien gleicht einem Pulverfass. Ãœberall regt sich erbitterter Widerstand gegen die Herrschaft der Habsburger. Daher ist Antonella froh, als sie Marco trifft, der ihr Geleit anbietet. Was aber verheimlicht er ihr? Und wieso fühlt sie sich trotzdem so zu ihm hingezogen? Als sein Geheimnis offenbart wird, muss sie allen Mut aufbringen, um sein Leben zu retten. Die Geschichte einer starken Frau zur Zeit der italienischen Freiheitskämpfe.

 

 

 

 

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