Magischer Themenmonat – Jenseits des Mainstreams mit Amanda von Waisland

Magischer Themenmonat – Jenseits des Mainstreams mit Amanda von Waisland

Weiter geht es heute mit einem Beitrag zum Thema Jenseits des Meinstreams. Heute dreht sich alles um das Buch Amanda von Waisland der Autorin Angela Rose Burkart.

___________________________________________________________________

Gastbeitrag von Angela Rose Burkart

Warum ist „Amanda von Waisland“ kein typischer Fantasy-Roman?
Meine Heldin Amanda lebt im mittelalterlichen Fantasy-Reich Waisland; es gibt kein Tor in andere Zeiten.
Amanda rettet nicht die Welt. Es gibt kein magisches Artefakt oder Tier, das ihr Macht verleihen würde. Macht ist etwas, was sich auch in Waisland zwischen den Menschen abspielt. Und so muss sie sich mit bösen Menschen jeder Art herumschlagen, die Gefahren sind zahlreich und sie muss ihnen mit den Mitteln begegnen, die jedem Menschen zur Verfügung stehen: Mit Mut, Entschlossenheit, Freunden und einem unerbittlichen Willen, sich nicht unterkriegen zu lassen. Sie lebt in einer mittelalterlichen Welt und sie hat nichts, was nicht Jede von uns auch hat. Da ist nichts, was sie besonders auszeichnen würde. Bis auf das Wappen Waislands, den Baum mit der Krone darüber, das sie eintätowiert im Nacken trägt und das sie als das ausweist, was sie ist: Die Thronerbin Waislands. Doch damit ist nichts verbunden außer einer Aufgabe, der sie nicht entfliehen kann.


Und als sie nach der Ermordung ihres Vaters als Geisel auf die Zwinge gebracht wird, scheint ihr Schicksal besiegelt zu sein. Niemand wird sie befreien können, die eisigen Berge sind unbezwingbar. Sie hat nur die Wahl, sich diesem Schicksal zu unterwerfen oder dagegen aufzubegehren, weglaufen kann sie nicht, das Wappen in ihrem Nacken würde sie überall verraten.

Ihr Ziel und ihre Aufgabe sind klar vorgegeben, sie ist zur Königin von Waisland bestimmt, daran wird sie gemessen.

„Ich bin die Erbin des Königreichs und dies ist mein Weg.“

Und so erlebt dieses junge Mädchen, aus ihrer sicheren Welt gerissen durch Verrat und Gewalt, nicht beliebige Abenteuer, sie hat von vornherein ein Ziel, das sie erreicht oder eben nicht.

Amandas Geschichte erzählt, wie ein Mädchen zur Heldin wird, entschlossen, sich nicht in ihr Schicksal zu fügen und stur genug, sich von diesem Weg von nichts und niemandem abbringen zu lassen.

„Hier“, widerspricht Bardos und zeigt seine Pranken vor, „das bräuchte sie.
Die ist doch nur ein Strich in der Landschaft.“
„Ein ziemlich sturer Strich“, murmelt Yuko.
„Stur wie zehn Maultiere“, stimmt Hank zu. „Gefällt mir, die Kleine.“

Ich wollte die Geschichte einer wahrhaft ritterlichen Heldin, die mit den Männern mithalten kann. Ich wollte wissen, ob und wie eine Frau in einer von Männer-Gewalt dominierten Welt ein unmöglich scheinendes Ziel erreichen kann.

„Eine Frau, die zu den Waffen greift, steht von vornherein außerhalb aller Regeln.“

Das ist Amanda von Waisland, eine Heldin, die zeigt, was alles möglich ist, wenn man es wirklich will und alles dafür einsetzt. Amanda geht nicht unbeschadet durch diese Welt, aber eines will ich gerne spoilern: sie wird nicht vergewaltigt und ich erkläre auch, warum. Ich schreibe nicht Mittelalter, weil Vergewaltigungen dort offenbar „normal“ waren. Es wird ihr übel mitgespielt, das ist wahr, man wirft nicht gerade mit Wattebällchen (oder passender: Moosknubbeln) nach ihr. Wer etwas erreichen will, muss einstecken können, das gilt gerade für eine Frau in einer männlichen Welt, aber es sind weibliche Heldinnen möglich, denen nicht wie selbstverständlich sexuelle Gewalt angetan wird.

Und so ist auch die Liebesgeschichte nicht die übliche „tolle Frau trifft grauenvollen Kerl, in den sie sich unsterblich verliebt und wird dabei zum schwachen Weibchen, aber das ist es wert“-Story. Amanda verliert ihr Ziel nicht aus den Augen, so schwierig das sein mag und wenn auch manches anders kommt, als sie es sich gedacht hat, verrät Amanda weder ihren Weg noch ihre Liebe und der Mann, um den es geht, ist es tatsächlich wert.

Amanda ist ein echter Mensch und wenn es nicht zwei sehr besondere Religionen gäbe, könnte ihre Geschichte fast wahr sein. Bis auf ein paar Begebenheiten, die auch nicht normal sind und so ist Waisland leider nicht real, sondern epische, mittelalterliche Fantasy. Auch sprachlich ist „Amanda von Waisland“ besonders, denn in einer mittelalterlichen Welt gibt es keine modernen Ausdrücke und dass man das eigentlich kaum merkt, zeigt mir, wie recht ich damit hatte, auch wenn es nicht immer ganz einfach war, auf alltägliche Begriffe wie Chance, Reaktion oder Interesse zu verzichten. Und zuletzt möchte ich noch anmerken, dass ich eine unstillbare Vorliebe für Happy-Ends habe.


Amanda von Waisland, Band 1, Die Zwinge, oldib-Verlag 2018,
440 Seiten, 15,99 €, ISBN 9783939556695
Amanda von Waisland, Band 2, Tantaras Tempel, oldib-Verlag 2019,
388 Seiten, 16 Euro, ISBN 9783939556749
Amanda von Waisland, Band 3, Lakata, erscheint 2020
Facebookseite
Website

___________________________________________________________________

Amanda von Waisland*
»Ich bin die Erbin des Königreichs und das ist mein Weg.«
Sie hat gelernt, den Schnee zu fürchten, die eisbedeckten Berge zu fürchten.
Sie hat Zeit dafür gehabt, denn sie ist mehr als acht Jahre lang darin gefangen gewesen.
Dies ist die Geschichte von Amanda von Waisland, Königstochter und Erbin der Krone. Eine Geschichte von Mord, Verrat und Gewalt, aber auch von Tapferkeit, wahrer Liebe und dem unerschütterlichen Mut einer jungen Frau, ihr Schicksal selbst zu bestimmen.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.