Der Fluch des Erlkönigs** I Carola Wolff I Fabulus-Verlag I Fantasy I Einzelband I 300 Seiten I Kaufen*

Klappentext
Ein Wellness-Hotel in ein abgelegenes Waldgebiet zu setzen ― für den Baulöwen Harry Kaiser ist dies Projekt das wichtigste seiner Karriere. Proteste von Naturschützern glaubt er niederbügeln zu können, und würde ihm jemand sagen, dass sein Vorhaben die Heimat eines Elfenvolkes zerstört, würde der Unternehmer dies als spinnert abtun. Eher zufällig gerät Harrys Sohn Finn zwischen die Fronten. Der junge Mann, ein begabter Zeichner, dessen künstlerische Neigungen so gar nicht den Vorstellungen des Vaters von einem Nachfolger entsprechen, hadert mit der familiären Situation, trauert um die tote Mutter, fühlt sich missachtet. Finn lernt die Öko-Aktivistin Tonia kennen und gerät in den Bann der Erlkönigin.

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Seine Leute waren ein Märchen geworden, ein Mythos, benutzt und ausgelacht. Höchstens noch gut, um kleine Kinder zu erschrecken.

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Unerwartet hat mich die Autorin angeschrieben, ob ich nicht Lust hätte ihr Buch zu lesen und zu rezensieren. Da mich der Klappentext sehr angesprochen hat, war ich sehr gerne dabei. Leider hatte ich anfangs große Schwierigkeiten mit ihrem Schreibstil. Ich habe lange gebraucht, bis ich hineinkam und mich an ihn gewöhnt habe. Als ich mich daran gewöhnt habe, war das Buch aber gut zu lesen.

Die Charaktere finde ich sehr spannend und gut umgesetzt. Ich durfte Finn begleiten, der unter seiner Familie leidet. Sein Vater, ein berühmter Bauunternehmer, hat wenig Zeit und drillt seinen Sohn dazu, in seine Fußstapfen zu treten. Dabei möchte Finn doch nur eins: Zeichnen und Kunst studieren. Sein Leben könnte leichter sein, wenn da nicht noch seine Stiefmutter wäre, die sich für alles zu fein ist. Finns Familie war mir eher unsympathisch und doch war ich begeistert, wie authentisch sie wirkt. Wie aus dem Leben gerissen und vor allem Finns Vater ist sehr spannend. Finn selbst mochte ich auch gerne, auch wenn ich nicht immer sein Handeln nachvollziehen konnte. An manchen Stellen war er mir etwas zu naiv und handelt zu schnell. 

Die Idee der Geschichte ist an Goethes berühmte Ballade Erlkönig angelehnt. So ist es nicht verwunderlich, wenn die eine oder andere Textstelle dem Leser bekannt vorkommt. Gepaart wurde die Ballade mit einer modernen Geschichte, die dem Abholzen des Regenwaldes sehr gleich kommt. Nur, dass hier nicht nur die Natur weichen muss, sondern auch deren Bewohner, die Elfen. Die Idee hat mir ziemlich gut gefallen und ich war überwiegend an die Geschichte gefesselt. Es gab die ein oder andere Stelle, an der ich mir mehr Spannung gewünscht habe, aber diese waren sehr bescheiden. Besonders fasziniert haben mich die Themen, die die Autorin angesprochen hat: Familie, Freundschaft, Naturzerstörung, Kapitalismus. Und dies zusammen in einem interessanten Fantasyroman.

Sehr gut gefällt mir, dass es sich hierbei um einen Einzelband handelt. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen und es blieben keine Fragen offen. Ich bin wirklich gespannt, welche Geschichten die Autorin noch zaubern wird.

Mein Fazit
Mit Der Fluch des Erlkönigs hat die Autorin eine überwiegend spannende Geschichte geschaffen. Ich habe zwar etwas länger gebraucht, um mit dem Schreibstil der Autorin warm zu werden, aber mir hat die Geschichte trotzdem gefallen. Viele wichtige Themen werden angesprochen und mit Fantasyelementen gepaart. Ich kann euch das Buch empfehlen. 

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