Selfpublisher gehören neben den Verlagsautoren zum festen Bestandteil der Buchszene. In der heutigen Zeit etablieren sie sich immer besser und es gibt bereits einige sehr bekannte Selfpublisher. Aber was genau bedeutet denn eigentlich self publishing?

Während Verlagsautoren meist das Lektorat, Marketing, die Veröffentlichung und  Covergestaltung vom Verlag organisiert bekommen, müssen sich Selfpublisher um alles in Eigenregie kümmern. Das kann Vor- und Nachteile mit sich bringen, welche auf dem Blog Literaturjournal gut dargestellt werden. 

Als ich nachgefragt habe, ob meine Leser auch Selfpublisher lesen, gab es geteilte Meinungen. Die Liebhaber und Hasser. Hasser nicht im herkömmlichen Sinne, aber Leser, die direkt abgeschreckt wurden oder schlechte Erfahrungen mit den Büchern gemacht haben. Vor allem folgende Argumente wurden eingebracht:

Die Covergestaltung ist miserabel
Das ist nur die halbe Wahrheit. Sicherlich ist die Covergestaltung teuer und die meisten müssen auf eine professionelle Covergestaltung zurückgreifen. Leider tun dies nicht alle und es gibt einige Bücher, die einfach von miserablen Covern geziert werden. Das persönlich finde ich als Coverliebhaber auch sehr Schade, aber jeder sollte selbst wissen, wie er sein Buch vermarkten möchte. 

Das Lektorat fehlt
Das kann ich an vielen Stellen bezeugen. Leider ist vielen Autoren ein professionelles Lektorat zu teuer und sie lesen nur selbst darüber oder lassen von Bekannten darüber lesen. Aber natürlich gibt es auch Selfpublisher, die ihr Buch professionell lektorieren lassen. 

Diese beiden Punkte sind überwiegend die, die als Fokus genannt wurden. Wer möchte ein Buch kaufen, welches nur so von Fehlern strotzt?

Aber und jetzt kommt das große aber.. Die meisten Selfpublisher sind genial. Sich richtig in die Buchwelt zu etablieren ist schwierig und die wenigsten haben das Glück, direkt im Verlag unter Vertrag genommen zu werden. Also gehen sie den Weg über das self publishing. Würde ich Selfpublisher komplett aus meiner Lesewelt verbannen, hätte ich sicherlich noch nicht so viele tolle, spannende und kreative Geschichten gelesen. Wieso viele Autoren noch nicht von Verlagen entdeckt worden sind, verstehe ich leider auch nicht.

Wieso lese ich gerne Selfpublisher?
Als ich vor fast 4 Jahren mit dem Bloggen begonnen habe, wusste ich nicht Mal, dass es Autoren gibt, die ihre Bücher nicht im Verlag veröffentlichen. Aber ich habe mich getraut ihre Bücher zu lesen und bereue es in den meisten Fällen nicht.

Kreative Ideen

Ich habe bereits sehr viele Bücher von Selfpublishern gelesen und bin immer wieder begeistert, wie viele tolle kreative Ideen es gibt. Zwar gibt es auch unter ihnen Autoren, die Bücher mit ähnlichen Handlungen schreiben, oder sich an Bestseller anlehnen, aber die meisten Büchern strotzen nur so von tollen neuen Ideen. 

Nette Kontakte

Klar gibt es viele Verlagsautoren, denen man schreiben kann und auch Antwort bekommt. Aber bei den Selpfublishern ist es meist etwas anders. Da viele noch nicht so bekannt sind, hat man meistens die bessere Chance, mit ihnen in den Austausch zu gehen. Und ich genieße diesen Kontakt. Denn über sie bin ich meist besser im Bilde, als über große, sehr bekannte Autoren. 

Warum unterstütze ich überwiegend Selfpublisher
Auf meinem Blog findet ihr sowohl Rezensionen zu Selfpublisher als auch zu Verlagsautoren. Allerdings habe ich meinen Schwerpunkt auf Selfpublisher gelegt, da ich der Meinung bin, dass sie mehr Unterstützung brauchen. Verlagsautoren haben meist den Verlag und dessen Marketing als Rückhalt. Aber was hat der Selfpublisher? Er muss sein eigenes Marketing betreiben und wer ist da besser geeignet als wir Blogger? Daher ist es mir immer eine Ehre, wenn ich angeschrieben werde, ob ich nicht ein wenig Werbung machen kann. Daher wird es sich auf meinem Blog auch in Zukunft verstärkt um Selfpublisher drehen. 

Tipps für Selfpublisher und Wünsche aus meiner Sicht

Das Cover

Ich bin ein kleiner Coverfanatiker und ich weiß, dass es den meisten Lesern so geht. Wir leben mittlerweile in einem sehr digitalen Zeitalter, in dem es nicht schwer ist, ein schönes Cover zu gestalten und schöne Cover einfach immer mehr an Beliebtheit gewinnen. Ich selbst könnte kein Cover gestalten, aber es gibt viele, die es können. Ich verstehe, dass das Cover teuer ist, aber habt ihr es Mal gekauft, ist es eures und ihr werdet sehen, dass ein gutes Cover schon viel aus macht. Mir ist in meiner Gruppe Reziliebe aufgefallen, dass Bücher mit wunderschönen Covern viel mehr Zuspruch und Bewerbungen erhalten, als nicht so schöne Cover. Könnte ein Hinweis sein oder?

Lektorat

Ich hatte mal ein Buch in einer Leserunde gewonnen, welches ungelogen mindestens 5 Fehler pro Seite hatte. Sorry, aber das ist zu viel und behindert beim Lesen. Und ehrlich gesagt würde ich dafür kein Geld ausgeben. Ich verstehe, dass viele Autoren nur selbst ihre Werke lesen, aber hier gilt die Betriebsblindheit. Meist sieht man seine eignen Fehler nicht, egal wie auffällig sie sind. Aber der Leser sieht sie. Wenn ihr euch das Lektorat nicht leisten könnt, holt Verwandte und Bekannte mit ins Boot. Auch das Testlesen von Lesern hat sich bewährt. Denn viele Augen sehen mehr als zwei. 

Marketing

Ich als Blogger bin ein Marketinginstrument. Aber das kann ich nur sein, wenn ich von den Autoren auch etwas höre. Ich kenne Autoren, die nicht Mal eine Website oder Facebookseite besitzen, da sie mit Marketing nichts am Hut haben. Aber erfahrungsgemäß läuft es dann eher schleppend. Ein gutes Marketing ist das A und O und sowohl die Website, als auch die Werbung durch uns Blogger sind  (meist) umsonst. Scheut euch nicht. Schreibt die Blogger an und fragt sie nach Hilfe.

Preise

Mir ist aufgefallen, dass ein paar Autoren seltsame Preise für ihre Bücher anbieten. Der eine möchte für sein Buch mit 300 Seiten 7€ und der nächste möchte 15€. Ich weiß, dass es sich hart anhört, aber ich würde nicht so viel Geld für ein Buch eines unbekannten Autor ausgeben. Aber auch das andere Extrema, dass der Preis zu niedrig ist, finde ich nicht gut, denn ihr solltet euch nicht unter eurem Wert verkaufen. 9,99€ für ein Taschenbuch von 300 Seiten finde ich nicht zu viel verlangt.

Macht weiter

Auch wenn der Weg hart ist und Steine auf dem Weg liegen, macht weiter, denn ihr seid großartig. Ohne euch, wäre die Buchwelt wesentlich trister und es würde nicht so viele tolle Bücher geben. 

Welche Erfahrungen habt ihr schon mit Selfpublishern gemacht?

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