Themenmonat Protagonist – Cassandra aus Alchemy & Blood

Themenmonat Protagonist – Cassandra aus Alchemy & Blood

Ich hoffe, dass ihr bisher zufrieden seid. Ich bin mehr als begeistert, was die Autoren für uns gezaubert haben und ich lese jedes Interview mit Begeisterung. Ich wünsche euch dieses Mal viel Spaß mit Cassandra aus Alchemy & Blood von Sabine Osman. 

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Gastbeitrag von Sabine Osman

Hi. Ich bin Cassandra.
Ich habe nicht so viel Zeit heute und noch viel zu tun. Bin also nur auf einen Drink hier. Aber du bist sehr pünktlich und das ist super. Meine Freunde meinten, dass du okay bist. Sorry für den Treffpunkt. Ich weiß, das Eclipse sieht ein bisschen wie eine wilde Rockerkneipe aus, aber glaub mir, die sind hier alle ganz zahm.
Was willst du trinken, ich geh es schnell bei Mike an der Bar holen. Bin gleich wieder da, setz dich ruhig schon.

So, hier bitte. Nein, lass stecken. Das geht aufs Haus. Im Eclipse trinke ich umsonst und meine Freunde auch. Das ist wegen der Sache, die damals passiert ist. Die mit den Ghuls, als die halbe Stadt in Schutt und Asche gelegt wurde. Aber davon hast du ja gehört, deshalb bist du hier. Mmh, es ist ein bisschen ungewohnt für mich, einfach so mit einem Normalo über alles zu reden. Das soll keine Beleidigung sein, sorry, aber ist halt so: Wer keine Ahnung hat, dass die Welt voller Kryptos ist, der ist ein Normalo. Ist auch ganz gut so, wirklich. Viel sicherer jedenfalls. Die meisten Menschen würden doch total ausflippen, wenn sie wüssten, was da so alles im Dunkeln herumkriecht.

Ich bin zu schnell, entschuldige. Ein Krypto ist ein Geschöpf, das man eher in einem Märchen oder einem Gruselfilm erwarten würde. Du hast bestimmt schon von Kryptozoologie gehört, die Typen, die Bigfoot und den Yeti suchen? Ja, lach nur. Die beiden gibt es auch nicht – glaube ich. Aber es gibt eine ganze Menge anderer Viecher und viele davon fressen Menschen. Aufhocker zum Beispiel. Die sind nur einen Meter groß, aber stark und springen dich einfach an, reißen dir die Kehle auf und … Trink lieber noch einen Schluck, du siehst aus, als könntest du es gebrauchen. Ja, gut … uuund langsam. Sonst liegst du gleich unterm Tisch. Soll ich trotzdem nochmal nachschenken?
Mach dir nicht so viele Sorgen. Ich mach meinen Job gut und im Augenblick ist die Gegend sicher. So ziemlich jedenfalls. Die Details meiner Arbeit sind allerdings etwas blutig und das magst du vielleicht doch nicht hören? Ist oft eine unangenehme Mischung aus Innereien, Blut und … ich hör schon auf, tut mir leid. Hier, kannst mein Glas auch austrinken. Besser?

Ach, die andere Sache. Alchemie. Nun, um ganz ehrlich zu sein, dieses Familienerbe ist nicht so meins. Mein Vater besteht sehr darauf, dass ich das alles studiere – wir haben eine riesige Bibliothek, da würdest du staunen – aber ich weiß nicht, mir fällt das schwer. Felix hingegen würde für Tage hinter den Büchern versacken, wenn wir ihn lassen würden. Felix ist sowieso ziemlich toll. Nein, nicht mein Freund-Freund. Er ist mein Freund und das ist mir wahnsinnig viel wert. Weißt du, es muss nicht immer die große Liebe sein, Freundschaft ist so viel wert. Wissen viele vielleicht gar nicht so zu schätzen. Ich schon. Hatte nie so viele Freunde, weißt du. Jetzt allerdings, mit Felix und Leon und den Leuten von der Uni – und sieh mich an, da sitzen wir und plaudern. Ich muss aufpassen, sonst werde ich noch richtig beliebt. Kleiner Scherz.

Ob es gerade eine Bedrohung gibt?
Ehrlich gesagt, es ist immer irgendwas los, aber ich denke nicht, dass so etwas wie letztes Jahr so schnell nochmal passiert. Das war ja auch schon sehr heftig. All die Toten. Es ist nicht so, dass es mir nichts ausmacht, glaub das nicht. Ich … behalt das für dich, ja? Ich kann manchmal hören, was Tote so reden. Gruselig, was? Hab mit dieser ‘Gabe’ noch nicht wirklich Frieden geschlossen, um ehrlich zu sein. Es gruselt mich selbst manchmal.

Aber vergiss das, sonst kannst du heute Nacht nicht schlafen. Wenn du einen guten Rat von mir annehmen möchtest? Hab lieber Angst im Dunkeln. Zu wenige Leute haben heutzutage noch den Verstand dazu. Zugegeben es ist selten noch richtig dunkel in den Städten, aber glaub mir, die Kryptos finden einen Weg. Sie sind so ein bisschen wie Ratten und Füchse – Kulturfolger. Ist ja auch klar, du würdest auch dahin gehen, wo dein Essen ist, nicht? Und wenn dein Bauchgefühl dir sagt, dass was komisch ist, dann glaub ihm einfach. So ein paar Urinstinkte haben wir doch alle noch.

Oh verdammt, sorry, mein Handy. Moment. Mist, ich muss jetzt echt los. Tut mir leid. Kommst du allein zu deinem Auto oder soll ich dich lieber … ja, okay, ich bring dich zum Taxi-Stand. Du solltest nicht mehr fahren. Paranoid werden musst du jetzt übrigens nicht, nur weil du jetzt weißt, dass es Kryptos gibt. Einfach vorsichtig sein und nicht unbedingt nachsehen, was da im Gebüsch raschelt oder im Dunkeln rumpelt. Und dran denken, dass ich auch noch da bin. Ich kümmer mich um den unheimlichen Kram. Das ist meine Aufgabe. Meine Berufung. Ja, ich sehe schon, du hast verstanden. Hast du alles? Dann lass uns gehen.

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Alchemy & Blood*
»Wäre das Ignorieren von Übernatürlichem eine olympische Disziplin, die Menschen würden Gold holen.«
Cassandra von Darckstein hat einen Haufen Probleme. Ihr unhandlicher Name ist das Kleinste davon. Mit ihrer Großmutter liegt sie ständig im Clinch und von ihrem Vater, der sich kaum blicken lässt, ist sie entfremdet. Und dann wäre da noch die Familienmission … Cassie kümmert sich um die Dinge, die im Dunkeln rumpeln und das macht einsam. Um die ›Normalos‹ zu schützen, hält sie sich von ihnen fern. Sehr glücklich ist sie mit all dem nicht, aber es stehen Veränderungen an. Und ausgerechnet jetzt tauchen neue Monster auf. Monster, die große Pläne haben.
Hast du Angst im Dunkeln?
Solltest du aber.

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