Wie die Zusammenarbeit zwischen Autor und Blogger erfolgreich werden kann

Wie die Zusammenarbeit zwischen Autor und Blogger erfolgreich werden kann

Ich bekomme immer wieder Nachrichten von Autoren, die unsicher sind, wie sie mit Bloggern umgehen sollen. Daher habe ich mich entschieden, meinen alten Leitfaden noch einmal zu überarbeiten und euch zu präsentieren. Denn eigentlich ist es gar nicht schwer, wenn man auf ein paar Punkte achtet. 

Den richtigen Blog finden
Im großen World Wide Web gibt es unzählige Blogs, die sich versuchen einen Namen zu machen. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. Viele sind mit Liebe geführt, bei anderen schlägt man die Hände über dem Kopf zusammen. Viele neue Blogs sprießen hervor, aber wie finde ich den richtigen für mich? Zum Beispiel könnt ihr euch die Buchbloggertoplist von Lesestunden anschauen. Die Toplist richtet sich danach, wie hoch der Einfluss des Bloggers im Verhältnis von anderen Blogs ist und wie erfolgreich er damit ist. Mittlerweile sind dort schon einige 100 Blogs gelistet, also viel Arbeit, wenn man den richtigen finden möchte. Leider sind dort aber nicht alle Blogs gelistet, da man sich selbst dort eintragen lassen muss.

Die Alternative dazu, ist die Seite Rezisuche, die von dem Autoren Jannes C. Cramer geführt wird. Hier findet ihr Blogs, die bereits das präferierte Genre angegeben haben und ihr somit nicht erst nach diesen Suchen müsst. Der Vorteil besteht darin, dass es einen Rezensionskodex gibt, der eingehalten werden soll und ihr Blogger sowie Autoren melden könnt. Des Weitere könnt ihr dort aber auch von Bloggern angefragt werden. Habt ihr einen Blog ins Auge gefasst, schaut ihn euch an. Viele der Blogger haben einen extra Bereich, wo ihr sehen könnt, was sie lesen, wie lange es dauert oder andere Infos rund um das rezensieren. Nehmt euch das zu Herzen.

Ansonsten gibt es auf Facebook noch die Gruppe Reziliebe, die ich damals ins Leben gerufen, aber aus Zeitgründen abgegeben habe. Dort könnt ihr euch für einen Platz bewerben, an dem euer Buch vorgestellt wird. Nach der Vorstellung können sich Rezensenten auf euer Buch bewerben. Die Rücklaufquote ist immer gut. 

Ihr könnt aber auch auf Facebook stöbern oder nach tollen Blogs googlen. Bitte achtet auch darauf, wie viele Rezensionsexemplare der Blogger schon hat, soweit es ersichtlich ist. 

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Bereits rezensierte Bücher anschauen
Findet ihr den Blog toll, schaut einfach mal unter den Rezensionen nach. Welche Bücher rezensiert der Blogger so? Sind sie so ähnlich wie meins? Ist das Genre oft vertreten? Ihr solltet auch schauen, ob euch die Rezensionen des Bloggers gefallen. Denn für einen Blogger ist es nicht schön, nach Veröffentlichung der Rezension vom Autor zu hören, dass ihm die Art, wie die Rezension verfasst wurde nicht passt.

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Wie schreibe ich den Blogger an?
Habt ihr einen Blog gefunden, der zu euch passt, sucht euch bitte den Namen des Bloggers aus dem Impressum raus. Denn es ist nicht schön mit “Hallo Buchblogger” angeschrieben zu werden. Das erste No Go, was viele Buchblogger dazu veranlasst, einfach gar nicht zu antworten. Denn daran sieht man direkt, dass der Autor einfach eine Standardmail rausschickt, bei der er sich nicht mal die Mühe gibt, die Namen einzufügen. In der folgenden Liste zeige ich euch, was in der Mail enthalten sein sollte:

Lieber XY
Kurze Vorstellung des Autors á la mein Name ist XY und ich bin XYAutor
Kurze Vorstellung des Buches mit Klappentext (bitte nicht nur den Amazonlink schicken)
Nennung des Genres
Link zum Buch
Wichtige Infos, die das Buch betreffen

Das sind für mich persönlich relevante Daten. Ich habe schon Mails bekommen, wo ich ernsthaft an dem Autor gezweifelt habe. À la “Ich habe ein Buch geschrieben, das Buch findest du unter XY, willst du meins rezensieren?” So What? Wo bleiben die Individualität und die Wertschätzung? Nehmt euch ein wenig Zeit den Blogger richtig anzuschreiben, dann werdet ihr auf jeden Fall mehr Erfolg damit haben. Ich persönlich finde es blöd erst auf einen Link zu drücken, um den Klappentext zu lesen. Kurze kompakte Nachrichten in denen alle Infos vorhanden sind, sind goldwert. 

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Ich habe eine E-Mail versendet. Was mache ich nun?
Warten. Ich weiß.. Geduld zu haben ist sehr schwer. Mir geht es auch so, wenn ich eine E-Mail abgeschickt habe. Am liebsten hätte man direkt das Feedback. Aber wir alle sind nur Menschen und befinden uns nicht 24 Stunden online. Gebt dem Blogger zwei Wochen Zeit. Vielleicht ist er im Urlaub oder gerade sehr beschäftigt. In der Regel landen bei vielen erfolgreichen Bloggern, auch regelmäßig viele E-Mails im Posteingang. Sollte er sich nach 14 Tagen immer noch nicht bei euch gemeldet haben, schreibt ihn noch einmal an und fragt nach, ob die E-Mail ankam und ob es vielleicht einen Grund gab, weshalb er nicht genantwortet hat. Kommt dann immer noch keine Antwort, vermerkt euch das auf einer Liste, sodass ihr den Blogger nicht noch einmal anschreibt. Zu viel Druck auszuüben bringt leider gar nichts.

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Die Rückmeldung des Bloggers
Sollte sich der Blogger zurückmelden, gibt es zwei Möglichkeiten: Ja ich will, Nein ich will nicht. Bei letzterem müsst ihr das akzeptieren. Ein Zwingen hilft ihr nicht, denn wenn es nicht passt, passt es nun mal nicht und wer will schon eine Rezension von jemandem, dem das Buch schon vom Klappentext her nicht gefällt? Nun aber zu dem Wichtigeren: Ja, ich will. Die Freude ist groß, der Blogger möchte. Fragt ihn nach seinem Format. Im Anschluss daran habt ihr wiederum zwei Möglichkeiten: Entweder ihr schickt es ihm direkt oder ihr schickt es erst, wenn er sich noch mal meldet, wenn er bereit dazu ist. Das zweite verhindert auf jeden Fall, dass das Buch untergeht und nicht in Vergessenheit gerät. Des Weiteren hat es den Vorteil, dass ihr noch einmal sehen könnt, ob er es wirklich ernst meint. Allerdings müsst ihr dann auch bereit sein, dass Buch dann zu schicken. Ich hatte einem Autor mal gesagt, dass ich das Buch dann und dann rezensieren kann. Die E-Mail habe ich dann rechtzeitig einen Monat vorher rausgeschickt, damit genug Zeit bleibt. Nach zwei Wochen hab ich ihn noch mal angeschrieben, ob er meine E-Mail nicht bekommen hat und, dass ich ihn aus der Liste nehme, wenn er sich innerhalb zwei Wochen nicht meldet. Fristsetzung ist alles. Tja nach 3 Wochen hatte ich dann endlich eine Rückmeldung, aber den Platz hatte ich bereits wieder vergeben. Das ist dann leider das Pech des Autors gewesen.

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Zeitliche Vereinbarung
Sprecht euch mit dem Blogger darüber aus, wann er das Buch lesen und rezensieren kann. Dann habt ihr die Chance alles im Blick zu haben. Sollte der Blogger nämlich weit über der Zeit sein, könnt ihr ihn noch einmal nett anschreiben und nachfragen, ob er bereits dazu kam das Buch zu lesen.

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Was mache ich, wenn sich der Blogger nie wieder bei mir meldet?
Rechtlich gesehen, habt ihr keine Chance etwas dagegen zu tun. Es gibt keinen Vertrag der euch absichert und leider ist es dann Pech für euch. Dem Blogger 1000 Mails zu schreiben und ihn lautstark auf seinen Fehler hinzuweisen, bringt nichts. Vielmehr könnte das euch Schaden. Leider müsst ihr es so hinnehmen, aber ich persönlich würde mir den Blogger aufschreiben. Denn manchmal gibt es so gerissene Menschen, die noch Mal wegen eine Rezensionsexemplars anfragen.

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Die Rezension
Zwei Varianten: Positiv & negativ. Erstens macht glücklich. Theoretisch hat man nicht viel auszusetzen. Zweitens ist nicht toll, aber auch hier habt ihr keine Chance etwas zu tun. Wenn die Kritik ordentlich geschrieben ist, nehmt es so hin und lernt daraus. Ich kenne Autoren, die ganz und gar nicht kritikfähig sind und ich muss sagen, dass ich mit diesen nie wieder arbeiten würde. Ihr kommt zu uns, wollte eine ehrliche Meinung, sie ist nicht nach eurem Geschmack und dann seid ihr sauer? Das geht nicht. Klar dürft ihr sauer sein, aber für euch. Auch hier solltet ihr dem Rezensenten danken, dass er sich die Zeit genommen hat. Denn auch aus einer negativen Rezension kann man viel lernen. Nehmt es euch zu Herzen und versucht es beim nächsten Mal umzusetzen.

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Antwort auf die Linksendung der Rezension
Liebe Autoren, und das meine ich jetzt wirklich sehr sehr ernst. Nehmt euch einen kleinen Moment und gebt auch dem Rezensenten ein kleines Feedback auf seine Rezension und vor allem antwortet darauf. Ich habe schon einiges erlebt: Über keine Antwort, zu ich habe jetzt keine Zeit, als auch Danke war alles dabei. Auch wir Blogger wollen für unsere Arbeit wertgeschätzt werden. Denn es macht uns doch nur Spaß, wenn wir auch etwas zurückbekommen und das nicht nur auf materieller Ebene.

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Und was danach?
Nur, weil die Rezension geschrieben ist, heißt es nicht, dass man am Ende angelangt ist. Hat euch die Zusammenarbeit gefallen, vermerkt es doch bitte. Denn so entsteht für euch eine Liste an Bloggern, mit denen ihr gerne zusammenarbeitet und denen ihr eurer nächste Buch wieder schicken könnt, wenn ihr nachgefragt habt, ob es passt. Natürlich muss nicht nur die Rezension auf dem Blog erscheinen. Wie wäre es mit einem Interview, einer Blogtour oder einem Gewinnspiel?

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Mein Fazit
Die Zusammenarbeit und Autor kann reibungslos ablaufen, wenn beide Parteien sich auf die aufgestellten Regeln halten. Wenn ihr euch an ein paar Tipps haltet, sollte die Zusammenarbeit klappen. Natürlich ist das keine Garantie und wird nicht bei jedem klappen. 

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